Angela Merkel 2017

Sie hat es gewagt: sie tritt nochmal an und schlimmer noch, ihre Chancen stehen sogar gut, denn das Wahlvolk steht für demokratisch legitimierten Stillstand. Uns geht es gut wiederholt sie immer wieder aber dazu gefragt werden wir nicht. Es muss uns einfach gut gehen und das auch noch in schlechten Zeiten.

Der deutsche Staat versagt seit fast zwei Jahren, angeblich im Namen der Humanität. Was sollten wir denn als selbsternannte Humanisten dagegen haben? Somit rechtfertigt man die sich anbahnende Selbstauflösung. Alles nur bedauerliche Fehleinschätzungen, die korrigiert werden sollen. Es werden also Korrekturen in Form von diversen Verschärfungen (Asylrecht, Sicherheitsmaßnahmen etc.) improvisiert.

Kann eine angesehene Regierung sich überhaupt solche Fehleinschätzungen leisten und wiedergewählt werden? In Deutschland geht das, woanders tritt man zurück oder wird abgewählt. Und wer da nicht mitläuft, wird einfach als Populist diffamiert. Dabei zeichnet sich doch der Populismus darin aus, dass man einfache Antworten auf schwierige Fragen gibt – und darin glänzt gerade Angela Merkel, sonst würde sie ohne Programm, ohne Inhalt nicht wiedergewählt. Wir kennen sie, es muss reichen. Und wie jeder weiß: den Feind schlägt man am besten mit den eigenen Waffen.

Anscheinend haben die Merkel-Unterstützer ein sehr kurzes Gedächtnis oder aber ein übergroßes Verzeihungspotential – ganz nach der christlichen Tradition.

Nochmal zur Erinnerung:

Die Bundeskanzlerin hat die Grenzen geöffnet und durch ihre Selbstinszenierung (Selfies…) für einen Ansturm der Flüchtlinge auf Deutschland gesorgt, wobei in den Jahren zuvor das Schicksal der Flüchtenden sie keineswegs interessiert hat, solange sie noch nicht vor unserer Tür standen. Was für einen Sinneswandel…

Dann hat sie besserwisserisch alle Warnungen aus dem Ausland (u.a. Frankreich) ignoriert, wonach Terroristen mit den Flüchtlingen eingeschleust würden. Sie sah keinen Zusammenhang zwischen Flüchtlingsstrom und Terrorgefahr, bis sich herausstellte, dass die Terroristen, die am 13. November 2015 in Paris zuschlugen, 130 Menschen hinrichteten und eine ganze Nation traumatisierten, allesamt über die Flüchtlingsroute aus Syrien nach Europa gelangten. Spätestens dann wusste man,  dass sie sich mal wieder geirrt hatte.

Ihre einsamen Entscheidungen und wiederholten Einzelgänge (Grenzöffnung, Türkei-Deal, Verteilungsquoten) haben Europa einen großen Schaden zugefügt aber auch das hat sie ignoriert. Dann kam für sie unerwartet Widerstand aus den Nachbarländern und Angela Merkel befand, dass diese unsolidarisch seien – Widerstand ist bekanntlich nicht gerade eine deutsche Eigenschaft.

Aber damit nicht genug: sie kritisierte die eigenmächtigen Initiativen der bösen Nachbarn und verurteilte scharf die Schließung der Balkanroute, obwohl sie die eigentliche Profiteurin war. Erst dann strömten wesentlich weniger Flüchtlinge nach Deutschland. Sie blieben in Griechenland stecken.

Als ob das nicht reichen würde, setzte sie ihren Türkei-Deal durch und verprellte wieder mal die europäischen Partner mit ihren Vorstoßen. Diese ethisch-moralisch nicht vertretbare Vereinbarung verkauft sie dem deutschen Volk als Erfolg, obwohl kaum Flüchtlinge von der Türkei zurückgenommen wurden und die Türkei wiederum auf dem legalen Weg nur unerwünschte Flüchtlinge (schlecht Ausgebildete und Kranke) zu uns schickte. Und aus war der deutsche Traum der gut ausgebildeten Flüchtlinge, die das Land bereichern und die klammen Rentenkassen füllen sollten. Zudem machte sich das kränkelnde Europa von einem islamistischen Despoten abhängig. All das hat Angela Merkel wieder falsch eingeschätzt.  Wie wenig Verstand muss man besitzen, um solche Fehler zu begehen, und wieviel Geschick, um das Wahlvolk davon zu überzeugen, dass es dazu (besser gesagt zu Merkel) keine Alternative gibt? Wie verzweifelt muss unsere Demokratie sein, um keine Alternative mehr zum Staatsversagen zu sehen?

Fakt ist, dass wir nicht genau wissen, wieviele Flüchtlinge sich im Lande aufhalten, woher sie kommen, wer sie sind (viele Identitäten sind nicht geklärt) und was sie hier vorhaben: “Deutschland überfluten und übernehmen“, wie Erdogan jetzt droht? Ein neues Leben anfangen und wenn ja, ein Leben nach unseren oder nach deren Regeln? Zu alldem hat Angela Merkel nichts zu sagen. Sie geht konzeptlos in den Wahlkampf und wir steuern mit ihr in die Katastrophe. Wollen wir das?

Nein, Merkel muss weg, die AfD auch aber die AfD kann nur weg, wenn uns weitere 4 Merkel-Jahre erspart bleiben. Es gibt Fehler, die man nicht verzeihen sollte und es gibt Momente, in denen es angebracht ist, sich verabschieden. Hollande hat es schon getan.

2017 wäre ein guter Zeitpunkt auch für Angela Merkel…

I.T.T., 28.11.16

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